Klosterruine

Vorgeschichte

Die Anfänge des Klosters in Hude gehen auf eine Stiftung des Grafenhauses Oldenburg zurück. Anlass war die Ermordung des Grafen Christian im Jahre 1192 bei seiner Rückkehr von einem Kreuzzug. In Bergedorf, dem Ort des Geschehens, stifteten seine Mutter Kunigunde und sein Bruder Graf Moritz ein Nonnenkloster zum Seelenheil des Ermordeten. Im Jahre 1201 übernahmen Zisterziensermönche aus Mariental bei Helmstedt das Kloster. Im Jahre 1232 folgte, auf Bitten der Mönche,
eine Verlegung des Konvents an den Rand der Geest zur Stedinger Marsch hin. Hier boten die bessere Lage am Bach und der anstehende Ton die Grundlage für den Aufbau des Klosters. Reiche Landschenkungen durch die Oldenburger Grafen, die auf der Seite des Erzbischofs Gerhard II. von Bremen am Aufstand gegen die Stedinger Bauern im Jahre 1234 beteiligt waren, ermöglichten den Mönchen ein Leben nach den Ordensregeln “ora et labora” (bete und arbeite).

Szene der Gobelins von Bayeux um 1095 (aus "Die Kunst der Zisterzienser" (Georges Duby))
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Handwerk im Kloster

Neben der Landwirtschaft beherrschten die Mönche alle Handwerke, die ihre autarke Existenz sicherstellten. Ziegelbrennöfen sind in ihren Resten gefunden worden. Hier wurden alle notwendigen Bau- und Schmuckelemente hergestellt. Besonders große Ganztonstücke gehören dazu sowie Bodenfliesen in verschiedenen Techniken, mit Hinweisen auf die christliche Mystik.

Das sogenannte Klosterformat mit den Abmessungen 28,0 x 13,0 x 8,0/ 8,5 cm weist auf die Entstehungszeit der Klosterbauten zwischen 1250 und 1300.
Birnstab, Hohlkehle und Rundstab zieren die mächtigen Pfeiler der Klosterkirche mit einer Länge von rd. 60 Metern und einer Breite von rd. 30 Metern. In den Querschiffen entstand so ein bedeutendes Bauwerk der frühen norddeutschen Backsteingotik.

Eine Weberei lieferte Stoffe für den Eigenbedarf und die Oldenburger Grafen sowie für befreundete Nonnenklöster in der näheren Umgebung. Ebenso beherrschten die Mönche die Kunst der Fensterglasherstellung ( Grisaille ).

Niedergang

In den Wirren der Reformation gelangte das Kloster mit der Eroberung der Burg Delmenhorst 1482 unter die Herrschaft des Bistums Münster. Franz von Waldeck, Bischof von Münster, ließ das Kloster in den Jahren 1533 – 1536 besetzen, plündern und zerstören. Die letzten Mönche wurden mit Renten abgefunden. Erst 1547 wurden die Oldenburger Grafen wieder Landesherren von Hude. Graf Anton I. von Oldenburg ließ das noch erhaltene Abthaus zum Jagdschloss umbauen. Die ehemalige Torkapelle des Klosters wurde Pfarrkirche für Hude und die umliegenden Bauernschaften. Nach dem Tod des Grafen Anton Günther 1667 kam ein Teil der Grafschaft durch Erbfolge an die dänische Krone. Erst 1773 wurde Oldenburg wieder selbstständig.

bis heute

Der Landdrost und Jägermeister Kurt Veit von Witzleben erwarb im Jahre 1687 vom dänischen König Christian V., in dessen Diensten er stand, die Reste der ehemaligen Klosteranlage mit dem Gelände der heutigen Ruine und weit gestreuten Liegenschaften mit Mühlen und Vorwerken. Das ehemalige Abthaus – zu dieser Zeit Jagdschloss – wurde nun Gutshaus bis zum heutigen Tag. In der Zeit der Romantik entstand zwischen 1790 bis 1840 ein Landschaftspark, der in seinen Grundzügen heute noch erkennbar ist und die Klosterruine sowie das Abthaus umrahmt. Der Besucher kann in Ruhe verweilen und das Besondere dieses Ortes und seiner Umgebung in sich aufnehmen.

Die Ruine

Impressionen in und um die Ruine der Klosterkirche.

Historischer Lageplan

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Klosterkirche

Kreuzgang

Dormitorium

Schlaf- und Speisesaal

Torkapelle

Klosterpforte

Männergästehaus

Wirtschaftsgebäude

Frauengästehaus

Mühle

Mittelpforte

Innere Mauer

Innere Mauer

Äußere Mauer

Äußere Mauer

Äußere Mauer

Äußere Mauer

Pförtnerei und Armenhaus

Friedhof der Laienbrüder

Abthaus

Grundriss

Zum Vergrößern anklicken. Aus “Das Cisterzienserkloster Hude bei Oldenburg” von Georg Sello, Dr. jur., Großherzogl. Archivar